Uffg'Blues'd
Perfekte Soli zum Abschied
Jens Utecht verlässt Uffg'Blues'd - Publikum in Show einbezogen
Mit einem knapp zweistündigen Gig im voll besetzten Cafe Extrablatt verabschiedete Uffg'Blues'd am Samstag seinen Gitarristen Jens Utecht, der aus beruflichen Gründen ins Ausland geht. Mit Eigenkompositionen und Coverversionen altbekannter Hits aus den Sparten Blues, Boogie-Woogie, Jazz und Rhythm ‚n' Blues brachte die Frankenthaler Band das Publikum zum Kochen.
Das Konzert wurde mit instrumentalen Stücken eröffnet, bevor Sänger Cornelius Hauck die Gäste begrüßte: "Ihr seid ja super drauf! Sonst muss ich immer erst die Bühne verlassen, bevor Applaus kommt", scherzte Hauck, und los ging es mit "De Computer" einer Abwandlung des Bill-Haley-Klassikers "See you later alligator" - wie auch alle anderen Stücke in Pfälzer Mundart vorgetragen. Weiter ging es mit "Wir machen Party heit", im vergangenen Jahr aus Platz drei des Mundartwettbewerbes "Unsere Bühne".
Die Band verstand es immer wieder das Publikum in die Show einzubeziehen und die Stimmung anzuheizen. Der Gruppe war die Spielfreude anzumerken, speziell dem scheidendem Gitarrist Jens Utecht, der sein ganzes Repertoire bot, mit perfekten Gitarrensoli begeisterte und diese mit Showeinlagen garnierte. So nahm er sich zum Beispiel beim Lied "Ich geh stemple" das Bierglas einer Zuschauerin und griff damit die Akkorde seiner Gitarre, trank das Bier leer und gab der begeisterten Anhängerin zum Dank ein Küsschen. "Auf diese Weise versucht er immer, n' Bier abzuschnorren", lachte Cornelius Hauck und informierte: "Jens wechselt aus beruflichen Gründen nach Brasilien, wo er eine leitende Aufgabe in der BASF übernimmt". Die Band habe auch schon Kontakte nach Brasilien geknüpft und wird dort im nächsten März auftreten. "Es gibt in Blumenau viele Deutsch-Brasilianer, die unsere Musik mögen", war sich der Bandleader sicher.
Das Konzert ging weiter mit einem Lied in eigener Sache. "06233 40198" erklärt den Zuschauern, welche Nummer sie anzurufen haben, wenn sie Uffg'Blues'd buchen wollen. Es folgte ein Stück über das minder erfolgreiche Abschneiden des Bassisten Dennis Hauck, Sohn von Cornelius Hauck beim Führerschein. "Immer wenn's besonders traurig ist, mach' ich n' Lied daraus", schmunzelte Cornelius Hauck.
Ungewöhnlich war auch der Showteil, in den Uffg'Blues'd Weihnachtslieder spielten, um sie für eine neue CD anzutesten. Danach hieß es "Uffg'Blues'd goes Bach". Jens Utecht (E-Gitarre) und "Boogie Man" Christian Hauck (Piano, Orgel) spielten auf ihren Instrumenten klassische Stücke und rissen die Zuschauer zu wahren Begeistungsstürmen hin.
Einen Tag nach dem Todestag von Elvis Presley durfte natürlich eine Parodie des "Kings" von Uffg'Blues'd nicht fehlen. Aus dem Presley-Hit "Fever" wurde "Liewer". Dafür kleidete sich der Sänger sogar um und ähnelte vom Outfit her Elvis Presley bei dessen 68er Comeback in der NBC-Special Show "Elvis".
Der Parodie folgten weitere Songs wie "De Bennel", "Schmeiß' de Hammer hie", "Straßenbahn" und eine Abwandlung der Jazz-Nummer "Summertime":
Das offizielle Konzert endete mit einer Geschenkübergabe an Utecht. Die Gruppe kam aber nicht umhin, nochmals mit "Luis" eine Zugabe zu spielen.
Fans der Gruppe müssen sich keine Sorgen um deren Fortbestand machen. Auch nach dem Ausstieg von Utecht wird es Uffg'Blues'd weiterhin geben. Zu den Brüdern Cornelius und Christian Hauck, dem Bassisten Dennis Hauck und Schlagzeuger Philip Egermann wird der Frankenthaler Profimusiker Peter Stahl stoßen. (bfi)
DIE RHEINPFALZ vom 20. August 2002
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